Selten bin ich schon nach wenigen Sätzen so in eine Geschichte gefallen wie in diese.
„Die Riesinnen“ ist ein Roman über drei Frauen, drei Generationen einer Familie, die alle (mehr oder weniger freiwillig) ihr Leben mit ihrem Heimatort Wittenmoos im Schwarzwald verknüpft haben. Wer hier nicht ins traditionelle Bild passt, ist ein Außenseiter.
Keine der drei Riessberger-Frauen passt zu irgendwelchen Erwartungen, die an sie gestellt werden und alle drei müssen sich ihren Platz im Leben suchen und erobern. Die Geschichte beginnt in den 60er Jahren und wird über drei Generationen erzählt, trotzdem ist sie nicht überladen und alle Personen sind nahbar und glaubwürdig. Ich habe mich ganz furchtbar in Liese verliebt, die erste Generation der rothaarigen Riesinnen.
Es geht um Heimat, um die große Frage „Bleiben oder gehen?“, um die Bedeutung von Liebe und Familie, der Verbindung zur Natur und darum, dass jede Generation ihre eigenen Ansprüche, Wünsche und Ziele braucht. Und dass das Leben ganz oft andere Pläne hat.
Ist das ein Heimatroman? Ja, aber im besten Sinne. Hannah Häffner erzählt so poetisch und mit so wunderschönen Bildern, dass es nie kitschig oder pathetisch wird.
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Hannah Häffner: Die Riesinnen. Penguin Verlag 2026, € 24,00.

