Andreas Pflüger: Niemals

||Andreas Pflüger: Niemals

Andreas Pflüger: Niemals

Von | 2018-01-24T16:58:27+00:00 14. November 2017|Tags: , |0 Kommentare

Ich habe sehnsüchtig auf dieses Buch gewartet. Der erste Thriller um die blinde Elitepolizistin Jenny Aaron hatte mich völlig begeistert. Die Freude war groß, als ich es dann endlich lesen durfte.

„Niemals“ ist zwar die direkte Fortsetzung von „Endgültig“, aber gleichzeitig ein völlig unabhängiges Buch.

Zu Beginn des neuen Thrillers von Andreas Pflüger hadert Jenny Aaron mit ihrem Leben. Ihre Erblindung, die ihr bei einem fürchterlichen Einsatz durch einen Schuss zufügt wurde, ist eine schwere Bürde für die selbstbestimmte Frau. Sie trainiert verbissen Selbstdisziplin, Kampfkunst und ihre anderen Sinne. Ihr Schicksal akzeptiert sie allerdings nicht. Zweifel plagen sie: kann sie der „Abteilung“ weiter angehören? Will sie das überhaupt? Denn die „Abteilung“ ist etwas für knallharte Profis: eine Eliteeinheit, die immer dann eingesetzt wird, wenn Einsätze für offizielle Kräfte zu heikel oder undurchführbar sind. Da diese Einheit aus hocheffizienten Spezialisten besteht, die jederzeit zu den kritischsten Fällen gerufen werden können und von denen kompromisslose Effektivität gefordert wird, fragt sich Jenny Aaron, ob sie dieser Aufgabe weiterhin gerecht werden kann.

Aber dann wird ihr die Entscheidung abgenommen: Sie muss zurückkehren, denn ihr alter Widersacher vererbt ihr nach seinem Tod zwei Milliarden Euro. Und das Rätsel: Warum? Denn eines ist sicher: Hierbei handelt es sich um sein letztes perfides Spiel.

Schon nach wenigen Seiten dieses Buches war ich gefesselt und begeistert. Ich muss gestehen, dass ich Zweifel hatte, ob dem Autor erneut ein so wahnsinnig spannender Thriller gelingen kann, wie es „Endgültig“ war. Meiner Ansicht nach ist aber genau das der Fall.

Andreas Pflüger erzählt mit viel Intensität. Seine Protagonisten gehen mir unter die Haut. Und auch wenn es manchmal scheint, als habe Jenny Aaron übernatürliche Fähigkeiten, so wirkt sie doch auch menschlich und verletzlich. Ihre Emotionen, Gedanken und Zweifel, aber auch ihre Brutalität machen sie glaubhaft. All das macht sie zu einer Figur, der man gerne durch dieses nervenaufreibende Buch folgt.

Überhaupt ist es Fähigkeit des Autors, die Geschichte voranzutreiben, die mich förmlich an das Buch fesselte – neben den plastischen Personenbeschreibungen und den harten Actionszenen.

Dieser Thriller ist schnell, brutal, intensiv und unvorhersehbar.

„Niemals“ ist zu Ende erzählt. Trotzdem hoffe ich, dass es weiter geht mit Jenny Aaron und der „Abteilung“.

Andreas Pflüger: Niemals. Suhrkamp 2017, € 20,00.

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