Benjamin arbeitet in einem Supermarkt und lebt in einem Wohnwagenpark an der englischen Ostküste. Sein Leben wird von allen möglichen Ängsten bestimmt, besonders von der Angst vor Keimen. Was auch deshalb gerade ein größeres Problem ist, weil seine Großmutter und wichtigste Bezugsperson im Krankenhaus liegt. Sie zu besuchen ist ein wirkliches Problem für Benjamin.

Ganz plötzlich und völlig unerwartet tritt dann Gary in sein Leben, ein scheinbar herrenloser Windhund, der ihn nach einer Begegnung am Strand nach Hause begleitet. Beide hatten sich einen gestrandeten Wal angesehen, Gary aus der Nähe und Benjamin aus sicherer Entfernung, damit er mögliche Krankheitserreger nicht einatmen muss. Benjamin ist hin und her gerissen. Die Gesellschaft des Hundes gefällt ihm irgendwie. Die Keime, die er verbreiten könnte, bereiten ihm aber große Sorgen.

Leonard, ein etwas zwielichtiger Essenslieferant, erkennt in Gary einen berühmten Champion der beliebten Hunderennen. Er erzählt dem absolut ahnungslosen Benjamin, was mit den Hunden dort passiert und bietet ihm seine Hilfe an. Die beiden beschließen, Gary vor einer Rückkehr zum Hunderennen zu retten. Hals über Kopf gerät Benjamin in ein Abenteuer, das seine Grenzen sprengt.

Rob Perry erzählt in diesem Buch ganz zart von Ängsten und Einsamkeit. Aber „Der große Gary“ ist auch ein etwas schräges und humorvolles Abenteuer und eine wirklich schöne Freundschaftsgeschichte. Er erzählt von einem einsamen und zurückgezogenen Menschen, der mit Hilfe eines ziemlich dickköpfigen Hundes ein neues Leben entdeckt.

„Der große Gary“ ist ganz viel: nachdenklich, traurig, mitfühlend, witzig und vor allem sehr, sehr lesenswert. Ein Buch nicht nur für Hundefreunde, an das ich bestimmt noch öfter denken werde.

(Pia Patt)


Rob Perry: Der Große Gary. DuMont 2025, € 24,00.

Übersetzt von Hanna Große