Frankies Welt könnte perfekt sein. Er ist 10 Jahre alt und hat Superkräfte, wie jedes Kind sie gerne hätte. Er kann sich unsichtbar machen, um ohne Geld Karussell fahren, Süßigkeiten essen und ins Kino gehen zu können.
Delia ist eine wundervolle große Schwester und sein bester Freund Lars der interessanteste Spielgefährte, den man sich denken kann.Wenn nur ihre Eltern nicht so schwierig wären. Entweder streiten sie zu wenig, bis plötzlich ganz überraschend einer auszieht oder sie streiten quasi täglich und verlieren jegliches Maß dabei.
Zum Glück hat Frankie noch zwei Superkräfte im Ärmel: Er sieht die Welt so, wie sie sein sollte, und er handelt nach dem Motto: „Wenn nichts geschieht, muss man was geschehen lassen, sonst geschieht nichts“. Solcherart gerüstet und nach fantastischen Reisen, die ihn und Lars per Taxi, Zug und Flugzeug von Berlin nach Köln, Venedig und Madagaskar führen, bringt Frankie die Schieflage ihrer Kinderwelt wieder ins Lot.
Hier hat Zoran Drvenkar, für mich einer der Besten seit seiner Jugendromane rund um die „Kurzhosengang“, wieder eine ganz starke Kinderfigur erschaffen. Der Autor lässt auf einzigartige Weise Fantasie und Realität ineinanderfließen und seine Figur Frankie stärkt dem jungen Lesepublikum mit traumwandlerischer Sicherheit den Rücken.
Literatur für Kinder ab 10 Jahren (und wie in jedem wirklich guten Kinderbuch ist auch eine Erzählebene für Erwachsene angelegt), unbedingt lesen und an möglichst viele Kinder verschenken!
(Evi Junker)
Zoran Drvenkar: Frankie und wie er die Welt sieht. Carl Hanser Verlag 2024, € 16,00.
Mit Illustrationen von Sabine Wilharm

