»Ich kann dir nichts über das Meer beibringen«, hatte Ann einmal zu Mina gesagt. »Du spürst es oder eben nicht. Am Ende ist es mit dem Meer wie mit dem Leben, man muss alles allein herausfinden. Andere können dich auf dem Weg nur begleiten.«
18 Jahre nachdem Mina mit ihrer Familie den letzten Sommer in Maine verbracht hat, kehrt sie an den Glücksort ihrer Kindheit zurück. Mit einer traurigen Geschichte im Gepäck strandet sie bei den beiden Hummerfischerinnen Ann und Julie.
Ann, 72 Jahre alt, lebt nach dem Verlust ihrer großen Liebe mit Mr. Darcy, einem blauen Hummer, in einem viel zu großen Haus. Julie, 50 Jahre, kämpft um ihren Platz in dem kleinen Fischerort und setzt sich gegen alle möglichen Widerstände und Vorurteile der Bewohner als Hummerfischerin durch. Ann hat diese Kämpfe lange hinter sich. Mina möchte das Hummerfischen erst lernen und trifft dabei Sam wieder, er sie an ihren glücklichen Kindheitstagen in Stone Harbor oft begleitete hatte.
Beatrix Gerstberger erzählt liebevoll und sehr unterhaltsam von drei Frauen, drei Generationen und einer wunderbaren Freundschaft. Sie erzählt von großer Liebe, von Verlusten und einer gemeinsamen Passion. Ich hatte beim Lesen oft das Gefühl, die Frauen selbst zu kennen und mit ihnen am Hafen zu sitzen.
„Die Hummerfrauen“ ist ein perfekter Sommer-Roman: atmosphärisch, spannend und mit einem etwas kantigem Humor. Ach… und bitte entfernen Sie mal kurz den Umschlag von diesem schönen Buch und bewundern Sie Mr. Darcy!
(Pia Patt)

